„Landfrauen bekommen eine Stimme – Werkzeuge für ehrenamtliche Führungskräfte" Vom 1. bis 14. September 2024 führten wir im Haus der bayerischen Landwirtschaft am Ammersee erneut ein Seminar für ehrenamtliche Führungskräfte durch. Insgesamt 16 engagierte Landfrauen aus Kenia und Sambia nahmen an der Veranstaltung teil und brachten viel Erfahrung und Lernfreude mit. Inmitten der Gäste aus Kenia und Sambia: vorne links: Trainerin Brigitta Villaronga, hinten Mitte, Projektleiterin Angelika Eberl, vorne rechts, Referentin Dr. Brigitte Klamt und Stellvertr. Generalsekretärin Dr. Andrea Fuß. Herausforderung bei der AnreiseDie Anreise stellte sowohl die Teilnehmerinnen als auch uns erneut auf eine Geduldsprobe. Die Ausstellung der Reisepässe und Visa dauerte bei einigen Teilnehmerinnen ungewöhnlich lange. Vier Frauen (zwei aus Uganda und zwei aus Kenia) erhielten kein Visum – eine schwer nachvollziehbare Entscheidung angesichts ihres Engagements und ihrer klaren Absicht, nach dem Seminar zu ihren Familien in ihre Heimatländer zurückzukehren. Auch dieses Mal reisten alle Frauen nach dem Workshop wieder nach Hause. Stella Mokaya Orina, kenianische Botschafterin in Berlin. Programm und LerninhalteMit dem sehr inspirierenden Video - Grußwort von Frau Stella Mokaya Orina, der kenianischen Botschafterin in Berlin ging es direkt in ein abwechslungsreiches Programm. Zwei erfahrene Trainerinnen, Brigitta Villaronga and Annette Birkholz, führten die Teilnehmerinnen durch eine Vielzahl von Themen - von Kommunikationsstrategien über Managementtechniken bis hin zu Fragen der internen Politik von Verbänden. Rollenspiel "Verhandlung mit dem Minister" mit Charity, Joyce, Elly und Nkolola.Kommunikation: Die Landfrauen lernten, wie wichtig klare Kommunikation für eine Führungskraft ist. Mit praktischen Übungen wie dem Bogenschießen wurde auf kreative Weise erfahren, wie Fokus und Zielstrebigkeit geschärft werden können. Spannend war auch der Umgang mit Konflikten – die Frauen tauschten sich darüber aus, wie sie in herausfordernden Situationen souverän bleiben und Konflikte aktiv lösen können - anstatt weg zusehen. Trainerin Annette Birkholz weist die Teilnehmerinnen im Bogenschießen ein. Management und Verbandsarbeit: Der Besuch des Generalsekretariats des Bayerischen Bauernverband (BBV) im Herzen von München war ein Höhepunkt des Seminars. Die stellvertretende Generalsekretärin Dr. Andrea Fuss stellte den Verband vor, und Präsident Günther Felßner sprach über aktuelle Themen wie die EU-Politik und die Einbindung junger Menschen in die Verbandsarbeit. Dr. Brigitte Klamt gab den Teilnehmerinnen profunde Einblicke in die Projektarbeit der Landfrauenabteilung ... und wir trafen auf die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber - zwar nur kurz im Treppenhaus - aber immerhin. Dr. Andrea Fuß Dr. Brigitte Klamt BBV-Präsident Günther Felßner Michaela Kaniber, bayr. Landwirtschaftsministerin Beim Besuch des Grünen Zentrums in Puch erfuhren die Teilnehmerinnen von Geschäftsführerin Christina Schenkel, dass vor allem Teamgeist und Flexibilität gefragt sind, um als junge Frau in der Geschäftsführungsrolle akzeptiert zu werden und erfolgreich zu führen. Gruppenbild Beatrice Bwayo bedankt sich bei Dr. Mayer Nkolola Halwindi bedankt sich bei Geschäftsführerin Christina Schenkel Persönliche Führungskompetenzen: Das Modul „My Leadership“ half den Teilnehmerinnen, ihre Stärken zu erkennen und zu vertiefen. Die Frau übten verschiedene Verhandlungstechniken und mussten sich anhand ihres selbst geschriebenen Steckbriefes dem Plenum vorstellen. Besonders eingeprägt haben sich die verschiedenen Arten des Zuhörens als Instrument, um bei Verhandlungen selbstbewusst und fair zu bleiben. Beatrice Bwayo stellt sich dem Plenum vor Kooperation und Vernetzung: Ein Ziel des Seminars war der Aufbau und die Pflege von Netzwerken. Die Teilnehmerinnen knüpften wertvolle internationale Kontakte mit den Kolleginnen aus Sambia und hier in Bayern, tauschten Erfahrungen aus und lernten Strategien für die Zusammenarbeit: Was macht ein erfolgreiches Team aus? Gemeinsam analysierte die Gruppe erfolgreiche Teams anhand deren Struktur, Prozesse, Muster und Kultur. Austausch im großen Kreis und in kleinen Gruppen Besondere Erlebnisse und PraxisbeispieleDie teilnehmenden Landfrauen besuchten zwei bayerische Höfe mit Direktvermarktung - einen Milchvieh und einen Straußenhof. Maxi Knoller, SeeKuhHof in Tutzing Barbara Wiedemann vom Straußennest Wiedemann in Memming Ein kultureller Höhepunkt war der Minikurs im bayerischen Volkstanz mit Bäuerin Bettina Hanfstingl aus Rosenheim. Die Teilnehmerinnen waren mit Leib und Seele dabei. Bettina Hanfstingl mit ihren "Schülerinnen"Gemeinsam mit Elke Sommer backten die Frauen leckere Apfelkuchen für die Kaffeepause am nächsten Seminartag. Joyce mit Backblech ... und die Gruppe mit Elke Sommer und den Kuchen. Martin Schüssler, Referent im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (STMELF) sprach über die europäische Agrarpolitik und das internationale Engagement Bayerns. Projektleiterin Angelika Eberl bedankt sich bei Martin Schüssler, der einen profunden Einblick in die Projekte des Freistaates Bayern in Afrika berichtete. Trockenübung beim Bogenschießen gemeinsames Picknick auf dem Königsplatz in München Fazit und RückmeldungenDie Teilnehmerinnen nahmen das Seminar äußerst positiv auf und betonten den interkulturellen Austausch, der hier ermöglicht wurde. Zwei Stimmen möchten wir exemplarisch zitieren: „Das Seminar hat meine Erwartungen übertroffen. Ich habe Inspiration und eine klare Vision für meinen Weg erhalten.“„Praxisorientiert, fesselnd und eine unglaubliche Erfahrung. Konfliktmanagement und Teamarbeit sowie die Einblicke in die Verbandsarbeit waren für mich besonders wertvoll.“ Einblick in die bäuerliche Geschichte Bayerns beim Besuch des Freilichtmuseum Glentleiten Das Führungskräfteseminar war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Die Landfrauen kehrten mit neuem Wissen und wichtigen Werkzeugen für ihre Aufgaben in den Heimatländern zurück. Seminare wie dieses schaffen ein starkes Netzwerk, das nicht nur die Landfrauen, sondern auch ihre Gemeinschaften bereichert und die ländliche Entwicklung weltweit stärkt.