Netzwerke für Landfrauen stärken - Erfolgreicher Projektstart im Senegal 05.05.2026 Die BBV LIZ engagiert sich mit einem neuen Projekt bis März 2028 im westafrikanischen Senegal, genauer in den drei benachbarten Regionen Kaolack, Fatick und Diourbel. Ziel des Projekts der BBV-Landfrauen ist es, Frauen im ländlichen Raum durch den Aufbau von Netzwerken, Interessengemeinschaften und gezielte Weiterbildungsangebote zu stärken sowie ihre Teilhabe an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zu fördern.Die erste Projektreise nach Senegal diente dazu, das Vorhaben bei staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren vorzustellen, potenzielle Partner kennenzulernen und geeignete Zielgruppen zu identifizieren.Mit dabei waren Angelika Eberl, Senior Projektleiterin, Yao Albert Konan, Junior Projektleiter sowie Mouhamed Diankha, ein Consultant aus dem Senegal. Herausforderungen im ländlichen Senegal Senegal zählt derzeit zu den wachstumsstärksten Ländern Afrikas. Dennoch wird die Entwicklung des Landes weiterhin durch Nahrungsmittelknappheit, starkes Bevölkerungswachstum und hohe Arbeitslosigkeit erschwert. Bauer sein ist ein angesehener Beruf im Senegal. Herausforderung ist es oftmals, an Land zu kommen. Im Senegal ist das Landrecht zentralistisch geprägt, wobei der Staat über 95 % des Bodens als „nationale Domäne“ gemäß Gesetz seit 1964 kontrolliert. Die Gemeinden verwalten diese Flächen, die oft nur nutzbar, aber nicht eigentumsrechtlich besitzbar sind. Konflikte entstehen oft durch Landgrabbing und die Vergabe von Land an Investoren. Vor allem Frauen sind von diesen Herausforderungen betroffen. Gleichzeitig gibt es in den ausgewählten Projektregionen bislang keine überregional organisierten Zusammenschlüsse von Landfrauen. Genau hier setzt das Projekt an. Zahlreiche Gespräche und wertvolle Kontakte Während der Reise fanden Gespräche mit Vertretern staatlicher Institutionen, Bauernorganisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie internationalen Partnern statt. Bereits zum Auftakt in Dakar wurde das Projekt in der Deutschen Botschaft vorgestellt. Dort erhielten die Projektverantwortlichen wichtige Hinweise zur sozialen Situation von Frauen im Senegal, insbesondere zur hohen Analphabetenrate im ländlichen Raum. Auch das Landwirtschaftsministerium sowie verschiedene regionale Entwicklungsbehörden begrüßten den Projektansatz ausdrücklich. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung kleiner, lokal verankerter Organisationen, die bereits eng mit Frauen in den Dörfern zusammenarbeiten. Ansprechpartner: Daouda Sene (Direktor/BSOAP seit 1990) (2.vl) und Kollegen Starke Partner in den Regionen gefunden In den Regionen Kaolack, Fatick und Diourbel besuchten die Projektverantwortlichen mehrere Bauernverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen. Dabei wurde deutlich: Das Interesse an Zusammenarbeit und Austausch ist groß. Besuch der NGO ASDES (Association Sénégalaise pour un Développement Equitable et Solidaire) in Kaolack: Ansprechpartner: Assane FAYE, Präsident (rechts neben Angelika Eberl) Besonders beeindruckend waren die Besuche bei Frauen- und Bauernorganisationen, die bereits erfolgreich in der landwirtschaftlichen Verarbeitung und Vermarktung tätig sind. So konnten unter anderem Verarbeitungsstellen für Mais, Erdnüsse oder Hirse besichtigt werden. Viele Organisationen signalisierten ihre Bereitschaft, sich aktiv an dem Projekt zu beteiligen. Wir haben CADP/FOM (Cooperative Agricole Departementale de Foundiougne/ Filières Oignon et Mangue) in der Stadt Toubacouta besucht. Die Organisation hat uns einen ihrer Gärten in Niombato gezeigt. Dort werden Hibiskus, Tomate, Zwiebel, Cashew, Hirse und Mais angebaut. Der Verband existiert seit 2022 und umfasst 50 lokale Bauernorganisationen. Die Mitglieder arbeiten sowohl in Gruppen als auch individuell. CADF/FOM unterstützt ihre Mitglieder bei Verarbeitung und Vermarktung. So werden zertifizierte Produkte, wie Gewürzmischungen, Tee, getrocknete Früchte etc. hergestellt und vermarktet. Wir konnten einen Initiative spezialisiert auf die Weiterverarbeitung von Hirse besichtigen, die beeindruckend gut organisiert war. Junge Frauen werden angeleitet, Kuchen aus Hirse,-Weizen- und Maismehl zu backen. Ansprechpartner: Ibrahima COR, Geschäftsführer CADP FOM (2. vl) Zusammenarbeit mit der GIZ Auch mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurden konstruktive Gespräche geführt. Die GIZ unterstützt Senegal bereits bei der Verbesserung der Landrechtsverwaltung und bei der Reduzierung von Landkonflikten. Dabei wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Frauengruppen begleitet und geschult. Für das neue Projekt ergeben sich daraus wertvolle Synergien und mögliche Kooperationen. Positive Bilanz der ProjektreiseDie Reise verlief äußerst erfolgreich. Das Projekt wurde von staatlichen Stellen, lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen durchweg positiv aufgenommen. Besonders wertvoll waren die konkreten Unterstützungszusagen sowie die Vermittlung potenzieller Partnerorganisationen und Frauengruppen. Die nächsten Schritte umfassen nun vertiefende Gespräche mit lokalen Initiativen und die weitere Vorbereitung der Projektumsetzung in den drei Regionen.