Unsere Abschlussreise nach Kenia vom 14. bis 21. Februar 2026
Nach fast neun Jahren intensiver Zusammenarbeit ist es Zeit, innezuhalten, zurückzublicken und nach vorne zu schauen. Unsere Reise zum Projektabschluss war voller Begegnungen, Erinnerungen und Herzlichkeit – und hat einmal mehr gezeigt: Das, was uns verbindet, ist mehr, als das, was uns trennt.
Gemeinsam machten sich Christiane Ade (stellvertretende Landesbäuerin), Dr. Andrea Fuss (Geschäftsführerin der BBV LIZ), Nathalie Bruno (Projektassistentin) und Angelika Eberl (Projektleiterin) auf den Weg, um die Wirkungen unserer Arbeit vor Ort in den Counties zu sehen.
1. Starke Frauen – starke Organisation
Ein wichtiges Ergebnis unserer Arbeit ist die Entwicklung der WoFaAK (Women Farmers Association of Kenya) zu einem dynamischen Landfrauenverband mit rund 15.000 Mitgliedern in mehr als 500 Gruppen.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Frauen zusammenkommen:
Perspektiven schaffen: Frauen im ländlichen Raum erhalten Zugang zu Wissen, Trainings und Austauschplattformen.
Stärken fördern: Frauen lernen, sich zu organisieren, Projekte zu gestalten und ihre Gemeinden aktiv mitzugestalten.
Gemeinschaft leben: Die Verbundenheit unter den Mitgliedern wächst – über Counties und sogar über Ländergrenzen hinweg.
Der Landfrauenverband WoFaAK wird in den Counties heute als seriöse, verlässliche und engagierte Organisation wahrgenommen. Die Mitglieder sind gut vernetzt, motiviert und qualifiziert – Frauen im ländlichen Raum wirken als Treiberinnen des Wandels.
2. Offizielle Verabschiedung bei den County Governments
Zum Abschluss unseres Projekts standen Abschiedsbesuche bei den County Governments auf dem Programm. Gemeinsam mit Vertreterinnen der Kreisvorstandschaften bedankten wir uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Unterstützung der Behörden war oft entscheidend für den Erfolg – sei es bei Trainings, Zurverfügungstellung von Infrastruktur oder politischer Anerkennung der Landfrauenarbeit.
Ann Mercy Muthoni, Kreisbäuerin aus Laikipia, brachte unser Anliegen, unsere Botschaft auf den Punkt:
„Wir, die Landfrauen der WoFaAK sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, weiterzulernen und das Gelernte weiterzugeben.“
Dieser Abschied bedeutet nicht das Ende: Lobbyarbeit, politisches Engagement und Partnerschaften bleiben essenziell. Die Stimme der Frauen im ländlichen Raum will gehört, anerkannt und ernst genommen werden – und das wird sie auch weiterhin.
3. "Rückblick, Austausch und Zukunftsperspektiven" - Abschlusskonferenz in Kisumu
Der Höhepunkt unserer Abschlussreise war die internationale Konferenz in Kisumu, an der 95 Landfrauen aus fünf Ländern teilnahmen. Vom 19. bis 22. Februar trafen sich Ehrenamtliche in Führungsposition aus Kenia, Sambia, Uganda, Tansania und uns aus Deutschland (bis 20.02.).
Rückblick:
Präsentation der Ergebnisse der aktuellen Projektevaluierung durch Phoebe Owuor, Lamiro Consult.
Reden von Dr. Andrea Fuss und Winfred Muriithi, Landesvorsitzende der WoFaAK
Einblicke:
Schulung zu Frauengesundheit – nach dem Motto: „Kein Meeting ohne Training!“
Austausch mit Landfrauenverbänden aus Uganda, Sambia und Tansania
Lessons Learned: Was funktioniert, was lässt sich verbessern.
Ausblick:
Strategien zur Zukunftssicherung des Landfrauenverbandes
Solidarische internationale Zusammenarbeit zwischen Kenia, Sambia, Uganda und Tansania
v.l: Mildred Wamalwa, Bungoma, Angelika Eberl PL, Lucy Gathiru ( TransNzoia), Roseline Agutu ( Busia), Nathalie Bruno PA, Ann Mercy Muthoni Laikipia, Eunice Kibisu Vihiga, Beatrice Wafukho Kakamega, Teresia Warutere Nyeri, Dr. Andrea Fuss CEO BBV LIZ, Caren Odhiambo Siayav.l sitzend: Enezael Joseph Nnko von Mtandao wa Vikundi vya Wakulima Arusha from Tanzania, Vangi Ekilapa von United Network for Indigenous Farmers and Enterprises (UNIFE) from Uganda, Elly Siakasasa von National Women Agribusiness Association Board (NWAB) aus Sambia und Winfred Muriithi Landesvorsitzende der WoFaAK.
Was uns besonders freut, unser Grundgedanke hat gefruchtet:
"Gute Ausbildung und dadurch selbstständig erwirtschaftete Einkommen fördern die Eigenständigkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen und tragen wesentlich zur Gleichstellung innerhalb von Familie und Gesellschaft bei".
Die Konferenz hat erneut deutlich gemacht, dass Zusammenhalt über Grenzen hinweg Stärke entfaltet. Die gemeinsam geschaffenen Strukturen bilden ein solides Fundament.
Die Teilnehmerinnen haben während der Konferenz eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung getroffen: Sie beschlossen die adaptive organisatorische Neustrukturierung ihres Verbandes von der WoFaAK zur WoFAB = Women Farmer Agribusiness. Dies zeigt eine zunehmende institutionelle Reife und schafft eine nachhaltige Grundlage für die fortgesetzte Stärkung, eine einheitliche Führung und das unabhängige Wachstum von Bäuerinnen in den Regionen.
4. "Danke Schön"
Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur durch Zusammenarbeit – und deshalb sagen wir: Herzlichen Dank!
dem BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Fördermittelgeber
der GIZ – Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Vertragspartner
dem Deutschen LandFrauenVerband (dlv), Andreas-Hermes-Akademie und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Deutschland
den County-Ministerien, landwirtschaftliche Ämter, Bildungszentren, Maschinenringe und die JOOUST in Kenia
UND
ganz besonderen Dank an alle tollen Landfrauen der WoFaAK und zukünftig WoFAB
– für euer Vertrauen, euer Engagement und eure Tatkraft.
Diese Unterstützung machte den Aufbau eines starken Landfrauenverbandes in Kenia möglich.
5. Ausblick – Die Reise geht weiter...
Wir verabschieden uns mit Stolz und Zuversicht: Die WoFAB wird wachsen, neue Gruppen in weiteren Counties werden gegründet, die Stimme der Landfrauen bleibt stark – die Basis für politische Teilhabe und gesellschaftliche Veränderung ist gefestigt.
Fazit: Fast neun Jahre Projektarbeit haben gezeigt: Gemeinsames Engagement schafft mehr, als einzelne es jemals könnten – und genau das wird auch in Zukunft wirken.
…in den Senegal
Die BBV LIZ freut sich sehr darüber, zukünftig ihre Erfahrungen und Anregungen mit Landfrauen in drei Regionen im Senegal zu auszutauschen.