Unterwegs mit Nekesa, Nelima, Namalwa und Naliaka – ein Bericht über unsere dritte Reise mit vier Landfrauen nach Kenia

Unser Ziel ist, die kenianischen Frauen in ihrem politischen Engagement und ihrer wirtschaftlichen Eigenständigkeit zu stärken, vor allem in der Milchviehhaltung und im Süßkartoffelanbau. Dazu findet zwischen den Landfrauen beider Länder ein intensiver Austausch statt. Inzwischen sind Landfrauen des bayerischen Bauernverbandes schon zweimal in Afrika gewesen und bei jeder Reise fiel die Zusammenarbeit mit den Frauen vor Ort leichter. Am 16. Oktober war es wieder soweit: Irene Waas, Bezirksbäuerin von Niederbayern, ihre Stellvertreterin Renate Stückl, Marion Warmuth, Kreisbäuerin von Lichtenfels und Beate Schmid, Mitglied im Kreisverband Nürnberg –Land reisten zusammen mit der Projektleiterin Angelika Eberl nach Kenia.

 

Auf dieser Reise setzten wir im Bereich der Interessensvertretung unsere Tradition fort, alle 62 Teilnehmerinnen der Schulungsreihe „Leadership and Government“ zu einem gemeinsamen Treffen mit Bayerischen Landfrauen einzuladen. Die Vorsitzenden der einzelnen Counties berichteten über ihre Aktivitäten in den letzten fünf Monaten:

                                                 Janet Omolo gibt einen Bericht über die Aktivitäten der WoFaAK in Siaya ab.

In Siaya gibt es 16 Mitgliedsgruppen in fünf von sechs Subcounties. Die WoFaAK hat sich mit vielen Organisationen und Einrichtungen vernetzt, u.a. mit dem Siaya County Government, Kenya Climate Smart Agriculture Project (KCSAP), Landwirtschaftsministerium, Agriculture Sector Development Support Programme (ASDSP) and Cereal Growers Association (CGA) (Getreideanbauer). Die Gruppen sind aktiv mit table banking (Geldverleihen im kleinen Rahmen gegen Zinsen), Geflügel- und Eierproduktion sowie Milchviehhaltung.

                                                  Die Frauen von Kakamega stimmen uns mit einer Tanzvorführung ein und dem Motto der WoFaAK- Mitglieder:

„WoFaAK  – Wamama Wakulima – Lisha Ulimwengu“

„WoFaAK – wir sind Bäuerinnen – wir ernähren die Welt“

In Kakamega ist die WofaAk mit zehn Mitgliedsgruppen in sechs von zwölf subcounties vertreten. Bis Ende Januar 2019 wollen sie weitere zehn Selbsthilfegruppen rekrutieren, damit die ersten freien Wahlen stattfinden können. Die Hauptaktivitäten der Frauen sind table banking (Geldverleihen im kleinen Rahmen gegen Zinsen), Village saving (Sparvereine auf Dorfebene) Milchvieh und Geflügelhaltung.

 Von links: Onesmus Makhanu, Direktor des Landwirtschaftsministeriums im Gespräch mit Janestella Okuma und  Rosalia Wanyonyi.

Bungoma hat bis jetzt 16 registrierte Mitgliedsgruppen. Die Frauen haben gute Kontakte zum County Government, Ministry of Gender, Ministry of Agriculture, Office of the Deputy Governor, KCB-Bank, Agrovet Händlern und dem Office of Bungoma der First Lady sowie dem Office of the Deputy President geknüpft. Die meisten Gruppen sind in Hühner- und Eierproduktion, Milchviehhaltung, Getreideproduktion, Maniok- und Gemüseherstellung tätig.

Sie sind stolz darauf, am Internationalen Tag der Landfrau eine sehr erfolgreiche Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt zu haben. Das Ministerium für Gleichberechtigung war sehr beeindruckt von dieser Kundgebung und hat versprochen im nächsten Jahr Haushaltsmittel dafür bereit zu halten.

Mit diesen Frauen, meist engagierte Vorsitzende von Selbsthilfegruppen verbrachten wir nun einen gemeinsamen Tag zum Thema Lobby-Arbeit. „Unsere Aufgabe war es, zu berichten was wir dazu alles unternehmen, vom Frühstück mit Politikern bis zu Unterschriftenaktionen für das Schulfach „Alltagskompetenzen“ sagt Irene Waas. Die vier bayerischen Landfrauen erzählten von ihren Aktivitäten im Bayerischen Bauernverband: Den Erfolgen diverser Unterschriftenaktionen, Bauernhofbrunch mit Politikern, Teilnahme an Demonstrationen, Erstellung und Überreichung von Positionspapieren, Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, wie dem Bündnis „Wir retten Lebensmittel“.
In Arbeitsgruppen berieten die Teilnehmerinnen, wie sie in ihrem Umfeld aktiv werden können, um Gleichgesinnte zu finden. Allen Frauen ist es wichtig bereits in der Familie dafür zu sorgen, dass offen kommuniziert wird und die Familienmitglieder in Entscheidungen mit einbezogen werden.

„Wir wollten Anregungen geben und teilen, was bei uns gut funktioniert hat“ sagt die Bezirksbäuerin. „Deshalb hatten wir auch ein erstes Treffen mit dem Geschäftsführer des kenianischen Bauernverbandes, Dr. Mailutha, in deren Zentrale am Stadtrand von Nairobi. Wir stellten unser Projekt und unser Engagement für den Aufbau eines kenianischen Landfrauenverbandes vor. Daphne Muchai, der Gründerin der WoFaAK erläuterte den Aufbau und die Zielsetzung des kenianischen Landfrauenverbandes. Damit wollten wir die Plattform für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem kenianischen Bauernverband und dem kenianischen Landfrauenverband schaffen. Denn nur gemeinsam können sie etwas erreichen – wie bei uns.“

Von links: Renate Stückl, Marion Warmuth, Dr. D. Mwenda  M´Mailutha, Irene Waas, Beate Schmid, Daphne Muchai, Angelika Eberl mit zwei Mitarbeiterinnen der KENAFF.

„Männer schicken ihre Frauen zu Trainings weil sie merken, dass sie gutes Wissen nachhause bringen“.

Im Bereich der Milchviehhaltung organisierten wir dieses Mal drei zweitägige Seminare über Fütterung, Zucht, dem Führen von Aufzeichnungen und der Milchhygiene. Drei der insgesamt sechs Gruppen, die bereits ein Kälbertraining erhielten, wurden erneut aufgesucht: die Kaptama Dairy, die HEMA Sacco und die New Yala Dairy.

 

Von Links: Beate Schmidt, Rose Khisa, die Trainerin, Angelika Eberl, Renate Stückl, Daphne Muchai, Irene Waas, Moses Belio und Marian Warmuth.

Wir besuchten vor dem Training in Kaptama den Standort der solaren Milchkühlanlage auf dem Betrieb von Moses Belio – die Anlage läuft tadellos.

Am zweiten Tag nahmen wir und Farah von der Universität Hohenheim an der Schulung teil. Farah erklärt den Landfrauen, wie die solare Milchkühlung funktioniert.

Farah betonte ausdrücklich, wie wichtig die Milchhygiene sei. Ihre Auswertungen ergaben, dass die Milch häufig wegen Qualitätsmangel (verunreinigt, verdünnt, Transport in unsauberen Gefäßen etc.) abgewiesen werde.

Rose Khisa vermittelte in ihrer lebendigen Vortragsart den Stoff unter dem Motto „What I put in is what I get“ sehr anschaulich, vor allem im Bereich einer guten Fütterung.

Auf die Frage, wie es ihren Kälbern ginge, berichteten die Frauen, dass kein Kalb gestorben sei, im Gegenteil, sie seien sehr gesund und kräftig. Die Durchfallbekämpfung mit Schwarztee zeige gute Erfolge. Eine Frau berichtete, ihre Kuh sei leider bei der Geburt verendet. Dank unseres Kurses wusste sie sich zu helfen. Mit selbst hergestellter Ersatz-Biestmilch konnte sie das Kalb retten. Dadurch hätten sie sich auch die Anerkennung der Männer ihrer Community geholt.

Da eine Kuh nach dem Abkalben am meisten Milch gibt, sollte die sogenannte Zwischenkalbezeit kurz gehalten werden. Die kenianischen Frauen berichteten, dass ihre Kühe oft nur alle 2 Jahre ein Kalb bekämen.Unsere Landfrauen erklärten, dass sie genau darauf schauen, dass jede Kuh pro Jahr ein Kalb bekommt. Eine graphische Darstellung des Kuh-Kalb-Zyklus zum Nachschlagen wurde den Teilnehmern überreicht. Milchbäuerin Beate Schmid gab den Hinweis, dass eine gute Herdbuchführung unablässig sei – auch wenn es hier noch nicht üblich wäre.

Sehr interessiert waren die Teilnehmer an der Vermarktung unserer Milch. Das gab den bayerischen Landfrauen die Gelegenheit ausführlich zu schildern, welche Vermarktungswege sie auf ihren Betrieben nutzen (Erzeugergenossenschaften, Einzelverträge mit Molkereien, sehr wenig Direktvermarktung). Auch das Thema Überproduktion und unsichere Preise wurde detailliert dargelegt. Wir hoffen, die Teilnehmer für dieses wichtige Thema sensibilisiert zu haben – denn mit steigender Milchmenge werden sie Vermarktungsalternativen zum – derzeit häufig praktizierten – Direktverkauf finden müssen.

                                                 Marion Warmuth zeigt Bilder vom Hof und der Familie – Moses und Donald staunen über die vielen Kühe im Stall.

 

Unser zweites Training fand wieder bei der HEMA SACCO Gruppe statt. Dort hatten wir im Januar unser erstes Training zur Kälberaufzucht abgehalten. Die Selbsthilfegruppe hat innerhalb der letzten neun Monate auf dem Gelände von Nancy Onyino ein neues (größeres) Vereinsgebäude mit angrenzendem Versuchsfeld erstellt. In diesem Vereinsgebäude fand unsere Schulung statt. Trainerin Josephine hat mit großem Sachverstand das Training abgehalten.

                                                  Josephine beim Unterrichten.

Es war mucksmäuschenstill, als sie das Video eines Farmers aus dem Nachbarcounty Eldoret zeigte, der mit Überlegung und Sachverstand innerhalb weniger Jahre eine leistungsfähige Herde mit 40 Schwarzbunten aufgebaut hat. Er habe klein angefangen und von Anfang an auf Hygiene geachtet, er mische sein Kraftfutter selbst (billiger) und verwerte den Mist in der eigenen Biogasanlage. Er möchte seine Herde auf 80 Kühe aufstocken. Nebenbei verdiene er Geld mit Schulungen für interessierte Bauern, die regelmäßig zu ihm auf den Hof kommen. Josephine würde gerne einen Besuch auf diesem Hof organisieren.

Die Fragen an unsere Landfrauen gingen erst mal an Irene Waas und Renate Stückl zum das Thema Schwein. Wie wir die Schweine halten würden? Welches Futter die Schweine bekämen? Wie die Schweine vermarktet würden? Und was derzeit die größte Herausforderung für die Schweinehalter seien. Sie staunten sehr, dass unsere Schweine in Ställen gehalten werden und wir sie aktiv füttern müssen.

In der Milchviehhaltung wollten sie wissen, wie eine Frau wie Beate Schmidt 100 Milchkühe versorgen könne, sie seien hier mit ihren wenigen Tieren vollauf beschäftigt. Sie erklärte, dass bei uns mittlerweile durch die Mechanisierung viel Arbeitskraft und Zeit eingespart werde, allerdings zu einem hohen Preis (was sowohl Anschaffung als auch laufende Kosten und Reparaturen anbelangt). Auch die Vermarktung wurde angesprochen, wie wir diese Unmengen an Milch verkaufen würden. Wir erklärten, dass wir in Bayern mit 200% Überproduktion durchaus ein Problem mit der Vermarktung hätten und deshalb der Milchpreis ziemlichen Schwankungen unterliege, je nachdem wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln würden. Die Konservierung in Milchpulver wurde ebenso angesprochen, sowie die Eröffnung neuer Märkte.

 

Das letzte Training im Bereich Milch fand bei der New Yala Dairy im Siaya County statt. James, der Vorstandsvorsitzende, hatte für die Schulung eine private kenianische Firma, namens „cowsoko“, verpflichtet.

                                                 Trainer Victor erklärt anhand einer an Mastitis erkrankten Kuh, wie man das Tier behandelt.

Die New Yala Dairy  will ihre Molkerei an die cowsoko verpachten will, weil sie a) keinen Geschäftsführer und b) keinen Molkereifachmann mehr haben. Die Technik ist vorhanden – es fehlt aber an Fachpersonal und Milch. Im Gespräch teilte mir Victor Otieno, der Trainer, mit, dass die cowsoko durch konsequente Weiterbildung und Hofbesuche die Bauern schulen werde, um so eine stabile Steigerung der Milchmenge und Ablieferung an die Molkerei zu garantieren.

Das Training war sehr praktisch orientiert – wir hatten „Glück“, denn die Demonstrationskuh auf dem nachbarlichen Betrieb hatte sowohl frisch gekalbt als auch eine Mastitis – so konnte man hervorragend das Gelernte wieder auffrischen.

Auch hier bestätigten uns die Teilnehmerinnen, dass alle Kälber gesund und munter seien, auch die neugeborenen Kälber.

Eine Frau wollte wissen, wie lange bei uns Schwarzbunte Kühe gehalten werden. Sie hätte zwei Schwarzbunte und eine würde jetzt zunehmend schlechter in der Milchleistung trotz gleichbleibender Fütterung. Unsere Bäuerinnen bestätigten, dass eine Hochleistungsrasse wie die Schwarzbunten einfach früher in der Leistung nachlassen. Auch bei uns werden sie meist nach sechs Kälbern geschlachtet. Es gäbe wenige Ausnahmen, die 10 Kälber bei gleichbleibender Milchleistung hätten. So leid es einem tue, aber diese Kuh müsse geschlachtet werden, da sie ansonsten nur noch Kosten verursache.

Auf die allgemeine Frage nach der Milchleistung berichtet eine Bäuerin, sie habe nur eine Kuh, die sie 3mal täglich melke und insgesamt  22-23 l Milch erhalte. Sie versorge ihre Kuh täglich mit 80 Liter Wasser. Auch hier ging ein Raunen durch die Gruppe. Für manche Kleinbauern ist die Beschaffung von großen Mengen an Wasser ein sehr hoher Aufwand.

Die künstliche Besamung mit gesextem Sperma kostet 8.000 KES, was sehr teuer ist. Nimmt die Kuh nicht auf, kostet die zweite Besamung die Hälfte. Bei uns zahlt man einmalig und hat noch 2 Besamungen frei, sollte die Kuh nicht aufnehmen. Das haben die kenianischen Frauen mit einem leichten Bedauern aufgenommen.

 

Nekesa, Nelima, Namalwa und Naliaka

Endlich kommen wir zur Auflösung dieser vier Namen. Gladys Nabiswa, die Leiterin der Nichtregierungsorganisation CREADIS in Bungoma hat während unseres Ernährungstrainings einen Zettel rübergeschoben mit diesen vier Namen und die bayerischen Bäuerinnen aufgefordert, doch einen auszuwählen. Die kenianischen Frauen jubelten laut, als Nekesa „die während der Ernte Geborene“ alias Irene Waas, sich mit ihrem neuen Namen vorstellte. Renate Stöckl, suchte sich Nelima, „die während des Pflügens Geborene“ aus. Marion Warmuth, erhielt besonderen Applaus mit ihrem Namen Namalwa „die während des Biertrinkens Geborene“ als sie auf die lange Tradition des Bierbrauens in Franken einging. Last but not least haben wir noch Naliaka, „die während des Unkautjätens im Maisfeld Geborene“, Beate Schmid. Diese Namensbedeutungen zeigen einmal mehr, wie stark der Jahresrhythmus der Landwirtschaft im Leben der kenianischen Bauernfamilien verankert ist.

                                                  von links: Lucas, unser Fahrer, Beate Schmid, Renate Stückl und Irene Waas probieren den frischen Papaya -Saft.

Dies war  Thema in unseren Schulungen zu verbesserter Ernährung. Die Frauen wurden über die lokal verfügbaren Gemüse, Obstsorten und (Wild)kräuter geschult. Wie und zu welcher Jahreszeit man sie anbaut, erntet und verarbeitet.

 

 

Die Männer freuen sich jetzt aufs Mittagessen

Im Mai fand bereits ein solches Training statt. Wir waren sehr gespannt auf die Berichte der neuen Trainerinnen, was sie seit ihrer Schulung Ende Mai umgesetzt haben. Eine junge Frau erzählte, sie habe mit dem Anbau und der Weiterverarbeitung von Süßkartoffeln richtig Geld verdient. Ihre Selbsthilfegruppe hat jeden Tag etwa 1.000 Mandazi (ken. Krapfen) oder Pfannkuchen hergestellt und in der benachbarten Schule verkauft. Sie sind sehr zufrieden – ihre Lebenssituation hat sich verbessert. Sie wollen mehr Land zupachten und den Anbau von Süßkartoffeln ausweiten.

Viele Frauen berichteten, dass die Nachfrage nach virusfreien Süßkartoffel-Stecklingen sehr groß war und der Markt leergefegt war. In der nächsten Saison werden sie frühzeitig ordern. Dafür haben sie zuhause den Speiseplan mit den neu erlernten Rezepten bereichert und bemerken eine Verbesserung: „Die Männer freuen sich jetzt auf das Mittagessen“.

Manche Frauen merken kritisch an, dass mit der bestehenden schlechten Infrastruktur keine neuen Märkte bedient werden können. Einige Frauen beklagen, überhaupt keinen Marktzugang zu haben.

In der anschließenden praktischen Unterweisung bereiteten die Frauen Mango- und Papayasaft zu – als Alternative zu den teuren und ungesunden Softdrinks an Weihnachten. Daneben wurden mehrere Varianten „Spinat“ aus verschiedenen Blattgemüsen zubereitet als gesunde Ergänzung zu Ugali oder Reis. „Die Umstände, unter denen die Frauen hier kochen sind schon anders als bei uns. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit den Bäuerinnen gemeinsam zu arbeiten“ sagt Marion Warmuth.

                                                 Dr. Marystella Wabwoba hört genau zu, als die Teilnehmerin erklärt, wie ihre Gruppe die Gerichte zubereitet hat.

Auf dem Hof von Sarah fand das zweite Ernährungstraining statt. Die Teilnehmerinnen fanden hier Bedingungen vor, die sie zuhause auch haben. Florence vom Landwirtschaftsministerium empfahl eindringlich, regional produzierte Nahrungsmittel zu verwenden. Es ging ihr darum, das Problembewusstsein über die Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu schärfen. Mit dem Jahreszyklus im Kopf sollten die Frauen lernen, besser im Voraus zu planen.

 

                                                  Beate Schmidt in der Küche von Sarah (links) – gemeinsam stellen sie Chapati (Pfannkuchen) her.

 

Violet Wandera und Florence Omutimba vom Anglican Church Development Service klärten die Teilnehmerinnen – bis auf eine Ausnahme alle zwischen 19 und 36 Jahre alt – über die Grundlagen einer gesunden Ernährung auf.

Backen mit Ober- und Unterhitze. Die Temperatur wird mit glühenden Holzkohlestücken geregelt. Im Topf wird gerade ein Bohnenkuchen gebacken, leider konnten wir ihn nicht mehr probieren, wir mussten uns vor Einbruch der Dunkelheit auf den Weg ins Hotel machen.

Wichtigste Botschaft: wir haben so eine große Fülle an Kräutern, Obst und Gemüse – lasst uns diese auch nützen!

Gemeinsam ging es ans Kochen in Gruppen. Alle vier bayerischen Landfrauen wurden den Gruppen zugeteilt. Innerhalb weniger Stunden war ein gesundes Mittagessen für Erwachsene, Kinder und Babys zubereitet.

„Da denke ich mir, manchmal übertreiben wir hier bei uns ein bisschen – es geht auch einfacher – weniger wäre oft mehr“ merkte Renate Stückl an, als sie zusammen mit ihrer Gruppe Essen für Kleinkinder zubereitet.

Am zweiten Tag leiteten die drei Trainerinnen die Frauen an, wie man trotz Fläche ein kleines Gemüse- und Kräuterbeet anlegen kann und zeigte mit dem Multi-Storey-Garden eine Möglichkeit auf, die Anbaufläche nach oben auszuweiten. Die kenianischen Teilnehmerinnen brennen richtig darauf, das neu erlernte Wissen zuhause an ihre Gemeinschaft weitergeben.

Violet Wandera, vorne links, demonstriert, wie man einen „Multi-Story-Garden“ baut und bepflanzt – auf kleinster Fläche täglich frische Kräuter und Gemüse.

Auf dem Heimweg Richtung Deutschland trafen wir uns mit Marius Rauh von der deutschen Botschaft, dem stellvertretenden Leiter des Referates für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dem Referat obliegt die politische Steuerung und Koordinierung der Entwicklungszusammenarbeit mit Kenia. Zentrale Aufgaben sind der offizielle Dialog mit der kenianischen Regierung und anderen Externen Entwicklungspartnern sowie die politische Steuerung und Koordinierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Vorhaben und Durchführungsorganisationen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit). Darüber hinaus koordiniert das Referat die Humanitäre Hilfe der Bundesregierung und tauscht sich mit den Akteuren der nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit aus.

Wir berichteten von unserem Projekt, unserer Reise und unseren durchweg positiven Begegnungen mit den vielen Frauen und wenigen Männern im Projektgebiet.

 

Von links: Angelika Eberl, Marius Rauh, Irene Waas, Marion Warmuth, Renate Stückl und Beate Schmidt.

„Wir haben so enthusiastische Partnerinnen in „unseren“ Counties Bungoma, Siaya und Kakamega, kennengelernt“ schwärmt Irene Waas. Wir bedanken uns erneut für die herzliche Gastfreundschaft und bei unserem Fahrer Lucas, der uns wieder sehr sicher von einem Seminar zum nächsten gebracht hat.

Anfang Februar 2019 reisen wir wieder mit vier bayerischen Bäuerinnen nach Westkenia. Wir bleiben dran und werden weiter berichten.