Die ersten Landfrauentage in Siaya, Kakamega und Bungoma

Unsere 5. Reise mit bayerischen Bäuerinnen ins Projektgebiet hatte vor allem ein Thema: die ersten Landfrauentage in den drei Counties. Unsere Landesbäuerin Anneliese Göller, Kreisbäuerin Sabine Schindler, ehem. Milchkönigin Sonja Wagner, Leiterin der Landfrauenabteilung im BBV, Dr. Andrea Fuß und Projektleiterin Angelika Eberl waren mit Herz und Seele dabei, als sich die noch recht junge Interessenvertretung von Landfrauen, die Women Farmer Association of Kenya (WoFaAK)  erstmals in die Gestaltung für einen nachhaltigen Strukturwandel in der Region eingebracht hat .

Nach mehrmonatiger Vorbereitung durch viele engagierte Frauen führten am 11. 12. und 13. Juni 2019 die jeweiligen Mitgliedsgruppen des ken. Landfrauenverbandes WoFaAK in den Counties: Siaya, Kakamega und Bungoma jeweils eine repräsentative Veranstaltung für ihre Mitglieder durch.

Die Themen des Tages hatten die Frauen vorher ausgewählt.

  1. a) Lobbyarbeit zu Wasserversorgung (Siaya und Kakamega) und Marktzugang (Bungoma),
  2. b) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
  3. c) Präsentation der einzelnen Mitgliedsgruppen und ihrer Tätigkeiten.

Insgesamt nahmen 740 Frauen aus 75 Mitgliedsgruppen der WoFaAK in Siaya, Kakamega und Bungoma teil.

Mit diesen Landfrauentagen haben wir vieles angestoßen und erreicht, wie etwa

  • WoFaAK als nachhaltigen, unterstützenden Verband für die Stärkung von Landfrauen in die Öffentlichkeit gebracht.
  • Zusammengehörigkeit und Mitgliederbindung innerhalb der WoFaAK gefördert.
  • Bewusstsein für die allgemeine Situation und die spezifischen Herausforderungen von Bäuerinnen in Gesellschaft und Politik geschärft.
  • Sorgfältige Recherche für das Lobbying-Thema erlernt und mit Politikern und anderen Interessengruppen in Wort und Schrift kommuniziert.
  • Umgang mit Presse und Öffentlichkeit erlernt und umgesetzt: Hervorzuheben ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Radio-Broadcast-Projekt des Grünen Innovationszentrums der GIZ in Kisumu. An allen drei Landfrauentagen waren Journalisten von Presse, Rundfunk und teilweise Fernsehen vor Ort und berichteten anschließend über die Veranstaltungen. West FM, ein Radiosender in Bungoma sendete am Vorabend der Veranstaltungen einen 60 min „live radio talk“ über WoFaAK und die Lobby-Themen mit Daphne Muchai (Gründerin der WoFaAK), Alice Ombima (Vorsitzende Kakamega) und Rosalia Wanyony (Vorsitzende Bungoma).

Winnie Maina, Vorstandsmitglied der WoFaAK in Bungoma gibt ein Interview.

 

Hier kommen ein paar Eindrücke aus SIAYA:

Besonders hervorzuheben ist die tolle Vorbereitung und Präsentation der einzelnen Mitgliedsgruppen. Jede Gruppe zeigte die Produktpalette die sie herstellt, seien es landwirtschaftliche Produkte, wie Futtermittel, Lebensmittel oder Tiere, seien es Gebrauchsgegenstände, wie Schilfmatten oder Körbe, oder kunsthandwerkliche Dinge, wie Taschen oder Armbänder aus Perlen.

Die Frauen von Siaya hatten sich das Thema „Wasser“ ausgewählt und in einem Dokument die aktuelle Situation im County dargestellt – etwa, dass Frauen und Kinder zum Wasserholen mehrere Kilometer weit laufen müssen. Sie fordern das County Government auf, gemeinsam an einer Verbesserung dieser Umstände zu arbeiten.

Der Ehrengast, Adrian Ouma, Minister für Wasserangelegenheiten, war sehr beeindruckt von der Anzahl der Frauen, von den Präsentationen der Gruppen und dem Inhalt des Lobby-Dokumentes. In seiner Rede ging er auf alle Subcounties und die geplanten Verbesserungen ein. Ein besonderer Coup gelang ihm dadurch, dass er den Frauen seine Mobiltelefonnummer preisgab und ihnen somit die direkte Kommunikation anbot.

Minister Adrian Ouma erhält von Daphne Muchai das Lobbydokument, rechts Carren Odhiambo,die Vorsitzende der WoFaAK in Siaya.

 

KAKAMEGA:

Marsch der WoFaAK-Landfrauen durch die Stadt Kakamega.

Die WoFaAK –Frauen machten durch einen Marsch zum Veranstaltungsort – angeführt mit Blasmusik- auf sich und ihren Tag aufmerksam.

Einige Mitgliedsgruppen stellten ihre Produkte zum Probieren und zum Verkauf vor. Besonders hervorzuheben waren die vegetarischen Würste, die eine Gruppe unseres Ernährungstrainings entwickelt haben. Sie fanden reißenden Absatz.

Die Frauen von Kakamega hatten auch das Thema „Wasser“ ausgewählt und ebenso ein umfassendes Dokument für das County Government erarbeitet.

Als Vertreterin des Ehrengast kam Ann Mulwale, Mitglied der County Regierung, zusammen mit Vertretern weiterer Ministerien. Als Geschenk brachten sie an die 300 Baumsetzlinge für die Frauen mit und Ann erinnerte die Frauen daran, dass es früher Frauen in Kenia nicht erlaubt war Bäume zu pflanzen. Sie sollten diese Bäumchen mit den eigenen Händen einpflanzen als Zeichen für das Empowerment der Landfrauen. Zum Thema Wasser informierte sie, dass im jetzigen Haushalt Mittel für Brunnen vorgesehen wurden.

Die Landfrauen mit Baumsetzlingen gestiftet vom Landwirtschaftsministerium Kakamega.

 

 

BUNGOMA:

Dieser Landfrauentag wurde im Agricultural Training Center (ATC) in Mabanga abgehalten. Vier offene Zelte waren im Karree aufgestellt und gaben im Park des Centers einen schönen Anblick. Aufgrund der sehr starken Regenfälle trafen einige Frauengruppen sehr verspätet ein.

Markt- und Marktzugang war das Thema der Landfrauen Bungoma. Sie kritisieren das Fehlen von Märkten für ihre landwirtschaftlichen Produkte. Die WoFaAK-Landfrauen appellieren an die Bezirksregierung, neue Märkte für ihre Produkte zu eröffnen.

Frau Eveline Kakai – Ministerin für Gender, Kultur, Jugend, Sport und Sozialhilfe betont, dass die Landfrauen das Rückgrad der Wirtschaft in Kenya seien. Sie würden die Ernährung der Nation sicherstellen: „Nothing can be discussed about us without us”.

Matthews Chirashi Makanda – Minister für Landwirtschaft und Tierzucht, Bewässerung, Fischerei und Genossenschaftswesen wurden mit großem Hallo empfangen, vor allem mit seiner Aussage: „Women are better then men in all aspects“.

Von links: Sabine Schindler, Daphne Muchai, Minister Makanda,  Anneliese Göller, Sonja Wagner, Dr. Andrea Fuss und Rosalia Wanyoni.

Der Minster war es auch, der das Lobbydocument von Daphne Muchai, der Gründerin der WoFaAK zusammen mit Eveline Kakai in Empfang genommen hat.

Rosalia Wanyoni, die Vorsitzende der WoFaAK in Bungoma meinte abschließend: „The day was not only a success to WOFaAk Bungoma chapter members BUT it was indeed a milestone for the entire County. WOFaAk Bungoma chapter members set a pace for the rest to emulate„.
„Der Tag war nicht nur ein Erfolg für die Mitglieder der WoFaAK Bungoma-Gruppe, sondern tatsächlich ein Meilenstein für den gesamten Landkreis. Die Mitglieder des WoFaAK Bungoma-Gruppe legten ein Tempo fest, das der Rest erst einmal nachahmen muss“. Das freut uns sehr.